Hitze, Staub und gute Laune beim Rallycross in Schlüchtern

Die berüchtigte Berg-und-Tal-Bahn im Hohenzeller Wald verlangte bei sommerlichen Temperaturen den RennfahrerInnen einiges ab. Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch.Nach dem Regenrennen im vergangenen Herbst herrschten umgekehrte Vorzeichen beim Rennen auf dem Ewald-Pauli-Ring: Trockenheit und Hitze sorgten für Temperaturen von über 60 Grad in den Rennwagen und Staubentwicklung auf der Rennstrecke, die der MSC Schlüchtern aber gut in den Griff bekam.

Tagsüber waren schattige Plätzchen heiß begehrt. Rund 700 Zuschauer kamen am Wochenende an den Ewald-Pauli-Ring und verfolgten das bunte Treiben. Großes Vergnügen hatten die kleinen Fans in den Hüpfburgen vor dem Festzelt, in dem man sich mit Essen stärken und mit Getränken abkühlen konnte. Als die Nacht hereinbrach und die Sonne sich langsam hinter dem Horizont versteckte, wurde es am Samstag noch einmal im Festzelt heiß. Die „Kinzigtaler“ heizten das Publikum mächtig auf und auch der ein oder andere Fahrer gab seine Gesangskünste zum Besten, bis es um 23 Uhr hieß: Nachtruhe. Schließlich stand noch ein Renntag am Sonntag an. Und der hatte es in sich. 

DRXN2 

Das größte Feld der acht Klassen stellten die seriennahen Produktionswagen bis 1800ccm. Durch das ausgeglichene Leistungsniveau wurden zwei Tage lang enge Rennen geboten. In den Vorläufen war Lokalmatador Mika Henning der schnellste und sicherte sich die Pole Position für sein Semifinale, neben sich Nina Riese und Chris Heinzl. Im zweiten Semifinale stand Marcel Euteneuer auf Pole in Reihe eins, gemeinsam mit Dominic Drange und Mats Jonas. In Semi 1 gewann Nina Riese vor Timm Sachse, während Henning im Rennen nach einigem Gerangel als Sechster ins Ziel kam und am Finale nur als Aufrücker teilnehmen konnte. Semi 2 gewann Drange vor Peter Cordes. 

Auch im Finale setzte sich Drange im Citroen Saxo durch und siegte vor den beiden VW Polo von Euteneuer und Henning. 

DRXN1 

In der großen Produktionswagenklasse wurde ebenfalls hart gekämpft. Die Pole Position sicherte sich Philipp Peine im Seat Cupra vor den beiden BMW 318ti von Daniel Habicht und Jannis Würz. Im Finale konnte Habicht das Blatt wieder zu seinen Gunsten wenden und siegte vor Peine. Aron de Haas (Peugeot 206) schnappte sich noch den dritten Platz. 

DRX4 

Die beiden Ford Fiesta von Sven Seeliger und Benett Zobel dominierten die Klasse der modifizierten Tourenwagen bis 2000cm deutlich. Die Vorläufe und das Finale gingen an das Rethemer Team. Ihr erstes Podium in der DRX fuhr die junge Niederländerin Fabiënne Verbugt in einem weiteren Ford Fiesta ein. Einen kurzen Schockmoment gab es bei Axel Seecamp, der nach tollen Leistungen mitten im Rennen seinen BMW mit aus dem Motorraum lodernden Flammen am Streckenrand abstellen musste. Dank der schnell herbeigeeilten Streckenposten konnte der Brand sofort gelöscht und der Schaden begrenzt werden – der Fahrer ist zuversichtlich bis spätestens zum Lauf 7 wieder am Start zu stehen.  

DRX2 

Strahlender Sieger war Sonntagabend Tobias Weigel (BMW E36), der sich auf dem Ewald-Pauli-Ring im Bergwinkel Autocross Cup seine Sporen verdiente, und wie seine Teamkollegen Andreas Wendling, sowie Jannis und Fabian Würz, unweit der Rennstrecke in Bruchköbel wohnt. In den Vorläufen demonstrierte der Niederländer Bart Bel (BMW E30) erneut seine Qualität. Viermal Platz eins, Pole Position, vor Colin Neurath (BMW E36 Compact) und Maikel Alewijnse (BMW E30), sowie Weigel. Auch hier ging es im Finale hoch her, zumal sich Bel mit technischen Schwierigkeiten nur auf Platz fünf ins Ziel rettete. Neurath und Alewijnse schieden aus. So nutzte Weigel die Gunst der Stunde und siegte vor den beiden belgischen BMW-Piloten Peter Puttenaers und Helmut Antonissen. 

DRX1 

In den Vorläufen am Samstag sah es zunächst so aus als könnte Ignaz Schneider (Lancia Delta) aus Österreich mit jeweils Platz 1 ein Wörtchen um den Finalsieg am Sonntag mitreden. Mit einem technischen Defekt verlor er jedoch jede Siegchance. Dietmar Brandt, der wieder mit seinem VW Golf R20 RX antrat, dem Meisterauto aus den Jahren 2019 und 2021, entschied anschließend souverän beide Vorläufe und auch das Finale für sich. Andreas Traudt (Audi A4 quattro) und Maik Böhling (Audi TT quattro) komplettierten das Podest. 

DRXC1 und DRXC2 

Spektakulär war es auch in den Rennen der Senior- und Junior-Crosscars. Erik Flashar sicherte sich mit drei Vorlaufsiegen die Pole Position vor dem Niederländer Dave Tijdink, der Vorlauf eins gewann. Bryan Neumeyer war bei den Junioren schneller als Marc Gerstenkorn. Auch im Finale sicherte sich Neumeyer Platz 1 vor Gerstenkorn. Bei den Senioren zeigte Flashar eine fehlerlose Leistung und siegte im Finale nach hartem Fight vor Tijdink. Mit etwas Abstand folgten Patrick Keever und Lukas Schwall.

Unser DRX-Magazin zeigt euch das Wochenende in einer Video-Zusammenfassung. 

Ende Juli geht es für die Deutsche Rallycross Meisterschaft (DRX) zum Gastspiel in Österreich nach Fuglau. Informationen zur Ausschreibung und Nennung folgen in Kürze. 

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