Von Trios und Triumphen

16.06.2015

"Alt bewährt sich" konnte man dieses Wochenende nicht sagen. Die neue Strecke sorgte bereits Samstag für ausreichend Action, leider aber auch für viele fliegende Teile. Eine kluge Entscheidung also, den Sprung in der Schotterpassage abzuschwächen und die Strecke somit abzurunden. Weniger interessant wurde es deshalb keineswegs: Vor allem die SuperNationals sorgten für Überraschungen.

Bei den SuperCars machte Bernd Schomaker am vergangenen Sonntag einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Meisterschaft. Auch wenn mit Bernd Wilhelm der Auftaktsieger bei den Supercars fehlte und in Abwesenheit von Sven Seeliger, der bis dahin punktgleich neben Schomaker in der Tabelle stand, war es für Schomaker noch lange kein Spaziergang. Aufgrund der Tatsache, dass die polnische Meisterschaft  zu Gast war, bekam er es mit einigen schlagkräftigen und unbekannten Gegnern zu tun. Das Starterfeld bei den Supercars wurde dadurch im Handumdrehen mehr als verdoppelt. Doch der Deutsche behielt am Ende die Oberhand und holte sich den Sieg in einem heiß umkämpften Finale.

Bei der Trophy geht es weitaus turbulenter zu: Dietmar Brandt war am Samstag noch unauffällig, holt Sonntag aber kontinuierlich auf und fährt souverän den Gesamtsieg ein. Umgedrehtes bei Silva Winterhoff: Ein nahezu perfekter Samstag, mit phänomenalen 11 Sekunden Vorsprung gewinnt sie den 2. Heat vor Bastian Sichelschmidt. Leider ihr letztes Rennen für das Wochenende, denn ein Getriebeschaden sorgt für ein vorzeitiges Ende. Sichelschmidt hingegen glänzte durch Konstanz und belegt verdient den zweiten Platz der Trophy.

Bei den SuperNationals gab es einige Überraschungen. Titelverteidiger „Bartek“ kämpfte am Wochenende mit Problemen an der Antriebswelle und verpasste die für ihn so wichtige Finalteilnahme. Wertvolle Punkte gingen für ihn verloren, ausgerechnet bei dem Rennen, bei dem er seinen Landsleuten aus Polen hätte zeigen können, dass er zurecht Deutscher Meister geworden war. Dennoch waren die SuperNationals fest in polnischer Hand, Pawel Hankiewicz und Alan Wisniewski wechselten sich mit Bestzeiten geradezu ab. Im deutschen Finale bewies dann aber das Trio Marco Wittkovski, Jockel Junior und Andreas Huschenbett, dass es auch anders geht und lieferten sich ein Kopf an Kopf Rennen. Kein Wunder also, dass diese drei dann auch in genau der Reihenfolge das Podium für die SuperNationals einfuhren. Rallycross-Urgestein Swen Grupe zeigte mit Platz vier, dass mit ihm noch zu rechnen ist. Jannik Riese startete trotz Kollision mit einem Reifenstapel im Finale ein weiteres mal, musste sich wegen Getriebeproblemen dann aber hinten einreihen.

Im DRX Cup haben wir bereits beim Saisonauftakt schnell gemerkt, wer die Favoriten sein werden. Auf dem Lausitzring bestätigte sich diese These. Zwar konnte Auftaktsieger Philipp Weidinger seinen Erfolg in der Lausitz nicht wiederholen, das hingegen macht den DRX Cup in diesem Jahr nur noch spannender. Weidingers Verfolger, die beiden Florians, hatten ihn in der Qualifikation hinter sich gelassen. Florian Umland eroberte mit zwei Bestzeiten die Pole, Florian Viehmann hielt dagegen, blieb aber zunächst Zweiter. Im Finale kehrte sich das ganze dann um, nach sieben Runden und etwas mehr als sieben Minuten hatte sich Viehmann den Sieg geholt, während Weidinger sich noch zwischen ihm und Florian Umland positionieren konnte. Dieses Trio wird noch ein Dauerbrenner!

Nächster Halt: Schlüchtern am 11./12.07.2015

 

TEXT: Sven Kopf - Vanessa Bletz | RX Motion