Kurt Umland Startklar für Gründau

08.05.2016

Der große Saisonauftakt am Lausitzring war von Kurt Umland sicherlich anders geplant. Denn dort ging es in der Box bei Umland Racing ordentlich zur Sache.

Nach einem Unfall mit einer anderen Teilnehmerin am Samstag, ging es für das Team in eine lange Nacht. Voller Kampfesmut sagt Kurt Umland zur Rennleitung: "Morgen früh zum zweiten Heat läuft er wieder!" und entschwand in seine Box. Dort wurde in der Zwischenzeit der Polo zerlegt und das Ausmaß der Schäden begutachtet. Ein zwei Anrufe später stand Rallycross Kollege Sven Breckling, mit einer Richtbank vor der Zufahrt zum Fahrerlager, der extra aus Buxtehude angereist war. Und auch Mirian und Lydia vom Team Umland Racing fuhren vom Lausitzring nach Beckdorf um die nötigen Ersatzteile zu besorgen und in der selben Nacht gleich wieder zurück zum Lausitzring um das Fortschreiten der Reperaturen zu gewährleisten.
Als am Sonntag Morgen das Fahrerlager unsanft durch lautes Geschrei und das Dröhnen eines Motors geweckt wird, war es geschafft. Der Polo war wieder einsatzbereit, das Team Umland Racing zwar müde, aber auch stolz auf die eigene Leistung! Es ging zum zweiten Heat und der Polo lief als wäre nichts passiert, manche sagten sogar: "...der fährt ja schneller wie vorher...", ob das an der Motivation oder Müdigkeit von Kurt oder gar am Auto lag, ist wohl bloße Spekulation. Auf Postion 6 nach dem zweiten Heat gab es nun auch gute Aussichten auf das Semi-Finale.

Doch dann kam der Start des dritten Heats, Kurt steht an der Startlinie und die Spannung ist groß: "Sollte es Kurt doch noch ins Semifinale schaffen?!"
Die Ampel springt auf Grün und der Polo springt förmlich nach vorne, ein nahezu optimaler Startvorgang endet jedoch im Eingang der ersten Schikane, das linke Hinterrad löst sich von der Achse und verkeilt sich unter dem Auto. Der Stoß, der durch das Fahrzeug geht, ist so stark das es den Polo kurz mehrere Meter in die Luft katapultiert. Bei der Landung dreht sich Kurt auf die Wiese und stellt das Fahrzeug sofort ab. Er steigt unverletzt aus und ist sichtlich enttäuscht, als er seinem Polo bei der Bergung zuschauen muss.

Damit endet der Traum vom SuperNational Finale für Kurt Umland und seinem ganzen Team waren die Müdigkeit und die Enttäuschung nahezu ins Gesicht geschrieben.

Doch wer Kurt Umland kennt, weiß dass er niemals den Kopf in den Sand steckt. Im heimatlichen Beckdorf angekommen, wird der Polo sofort zerlegt und von den Fachleuten aus dem Hause Umland begutachtet.
Sowohl die Schäden des Unfall am Samstag als auch vom Sonntag hatten doch starke Spuren am Polo hinterlassen.
Als ersten Schritt galt es also die Ersatzteile zu beschaffen. Bei Bernd Schomaker wurden die nötigen Achs-& Antriebsteile neu gefertigt. Die neuen GFK Teile sorgen wieder für eine schöne Aussenhaut. Der neue Unterfahrschutz bringt mehr Schutz für den Motor und auch ein neuer Stabi wurde konstruiert um mehr Kontrolle und Stabilität ins gesamte Fahrzeug zu bringen. Eine neue Airbox, ein komplett neuer Kühler und neue Kühlwasserleitungen runden das Gesamtbild ab.

Alles in allem geht es für Kurt Umland am Gründautalring in einen neuen Anlauf um den Titel der Deutschen Rallycross Meisterschaft. Der erste Lauf ist vergessen, der Blick ist nach vorne gerichtet und die Konkurrenz darf sich warm anziehen. Auch wenn diese nicht zu unterschätzen gilt, denn auch Titelverteiger Marco Wittkovski ist natürlich mit dabei oder auch Bartek Ruszczynski wird in Gründau wieder sehen sein.

Es bleibt spannend in der Deutschen Rallycross Meisterschaft und vorallem bleibt noch die eine Frage offen, wer sich nach Gründau die Spitze der DRX International zunächst sichern wird. Soviel sei verraten: Einen Wechsel an der Spitze wird es geben!

 

Text: Sebastian Unnasch - RallycrossTV