Generalprobe bestanden

19.06.2017

Mehr als 130 Teilnehmer aus sieben Nationen waren beim dritten Lauf zur Internationalen Deutschen Rallycross Meisterschaft (DRX) auf dem Estering in Buxtehude dabei. Die Meisterschaft bleibt spannend und für den Buxtehuder Andreas Steffen sprang ein Sieg bei den Supercars heraus.

Bereits am Samstagnachmittag drehen die Fahrer die ersten Runden und am Sonntag wurde es dann richtig heiß auf dem Estering. Nicht nur die Sonne heizte den Zuschauern mächtig ein, auch die Fahrer lieferten einige spannende Duelle und jede Menge Rennaction. So kam es, dass durchaus auch einige schwarze Flaggen gezeigt wurden für diejenigen Piloten, die allzu hitzköpfig zu Werke gegangen waren. Für die Lokalmatadoren gab es Höhen und Tiefen, für die Zuschauer viel zu sehen und für die Meisterschaft auch weiterhin jede Menge Spannung.

Lokalmatadoren mit Höhe und Tiefen

Das dritte von insgesamt fünf Rennen zur DRX brachte natürlich noch keine Vorentscheidung, auch wenn Ulrich Riese aus dem hessischen Ahnatal erwartungsgemäß sein Rennen gewinnen und die Führung in der Wertung für den Rallycross Pokal behaupten konnte. Enger ging es da im Kampf um die Deutsche Meisterschaft zu. Tabellenführer Andreas Huschenbett (Opel Corsa) aus Stade und sein Verfolger Marco Wittkovski (VW Golf) aus Bremervörde hatten es nicht ganz so leicht an diesem Rennwochenende. Technische Probleme bremsten Huschenbett am Samstag ein und weder er noch Wittkowski konnten im Finale ganz nach vorn fahren. Besonders kritisch wurde es im Semifinale, als das Starterfeld die berüchtigte Höhengerade entlang raste. Ohne Absicht berührte Huschenbett den vor ihm fahrenden Swen Grupe, der von der Ideallinie abkam und sich anschließend sogar noch überschlug. Unverletzt stieg er aus, doch sein VW Golf erlitt Totalschaden, das Rennen musste abgebrochen werden. Die Wiederholung des Rennens verlief reibungslos und Huschenbett traf im Finale dann erneut auf seinen Kontrahenten Wittkovski. Der konnte den Start nicht für sich entscheiden und blieb im Verkehr hängen. Er konnte zwar den einen oder anderen Platz gut machen, doch auch Huschenbett war in der Lage, sich gegen die Konkurrenten zu behaupten. Am Ende schaffte er den Sprung auf das Podium, hinter Frank Lehman und dem Finalsieger Ole Bech aus Dänemark. In der Meisterschaftstabelle bleibt Huschenbett damit vor Wittkovski. Der Tabellendritte Dietmar Brandt sorgte für Aufsehen, als er trotz eingeschränkter Sicht wegen einer aufgesprungenen Motorhaube beinahe sein Semifinale gewonnen hätte – nur ganz knapp scheiterte er an Bastian Sichelschmidt.

Steffens erster Sieg im Supercar

Noch viel besser lief es für den Präsidenten des ACN Buxtehude e.V. im ADAC. Der Buxtehuder konnte mit seinem Ford Fiesta Supercar auf seiner Heimstrecke gewinnen. Zwar hatte er das ganze Wochenende mit dem Belgier Jos Janssen zu kämpfen, der nicht gerade zimperlich mit dem Lokalmatadoren umging, doch am Ende hatte Steffen durch geschicktes Taktieren im Finale die Nase vorn. Zwar konnte der Belgier den Start gewinnen, doch als Steffen in die Jokerlap abbiegen wollte, roch der Belgier Lunte und raste auch in die Alternativroute, die jeder Fahrer in jedem Rennen einmal durchqueren muss. Sein Ziel war es, gemeinsam mit Steffen den kleinen Umweg zu nehmen, um ihn weiter hinter sich lassen zu können. Doch Steffen kennt den Estering wie seine Westentasche und schaltete sofort: „Ich merkte, was Janssen vorhat und konnte gerade noch das Lenkrad herumreißen“ schildert er die brenzlige Situation. Seinen 600 PS Fiesta hielt er auf der regulären Piste, hatte in der Folge freie Fahrt und als er selbst dann die Jokerlap durchquerte, reichte der Vorsprung für den Sieg. „Der erste Sieg mit dem Supercar, das gibt mir viel Selbstvertrauen für die Europameisterschaft in zwei Wochen“ strahlte ein zufriedener Steffen nach dem Rennen, denn bereits in zwei Wochen folgt sein dritter Auftritt in der Europameisterschaft im schwedischen Höljes.

Alle Ergebnisse des Rennwochenendes und viele weitere Informationen gibt es unter www.estering.de.

„Wir holen weiterhin die Welt nach Buxtehude!“

Photo by Estering