Erster Damensieg auf dem Estering

21.06.2016

Siegerpärchen: Sowohl René Münnich als auch seine Partnerin Mandie August gewinnen die Finale der Supercars.

Was für ein Rennwochenende. Die gemeinsame Veranstaltung zwischen Deutscher und Belgischer Meisterschaft sorgte für ein prall gefülltes und kunterbuntes Fahrerfeld und einige Überraschungen.

Das Fahrerlager des Esterings platzte wieder aus allen Nähten. Mehr als 100 Fahrer aus sieben Nationen traten gegeneinander an. Einige Unermüdliche versuchten sich sogar als Doppelstarter und mischten mit ihren Fahrzeugen gleich in zwei verschiedenen Klassen mit. Bei so viel Rennaction war für jeden etwas dabei. Für die Fahrer aus der Region war es ein durchwachsenes Rennwochenende. Fred Czaja aus Stade hatte an seinem VW Golf Probleme mit den Antriebswellen. Der Buxtehuder Ralph Wilhelm hatte am Freitag noch den Motor seines Renault Clio wegen eines undichten Simmerings aus- und wieder eingebaut. Doch das Aus kam im ersten Lauf wegen eines Getriebeschadens. Andreas Steffen konnte noch nicht mit seinem neuen Supercar starten, der Ford Fiesta schnupperte dennoch Fahrerlagerluft, wenn auch zunächst nur als Ausstellungsstück. Kurzerhand hatte er sich einen Skoda Fabia ausgeliehen, um auf seiner Heimstrecke dabei sein zu können. Er startete in der Belgischen Meisterschaft. „Der Wagen war auf dem Prüfstand, wir werden den Fiesta nun testen und dann geht es nach Schweden“ hofft der Präsident des ACN Buxtehude. Auf der Piste zeigte er, dass er nichts verlernt hat. In einem starken Starterfeld setzte er sich durch, im Finale mit den acht schnellsten Fahrern ließ er ebenfalls nichts anbrennen und holte den Tagessieg in der Klasse der Super1600er. Bei den Supernationals war der Schwede Ulf Arwidson mit seinem uralten Buckelvolvo das Maß aller Dinge. Bis zum Finale – denn dort konnte der Pole Bartek Ruszczynski seinen Alfa Romeo mit geschickter Taktik zum Sieg fahren.

Neben dem Heimsieg von Andreas Steffen sorgten zwei weitere Fahrer für Furore. Mandie August gelang mit ihrem Audi S3 die Sensation: sie duellierte sich rundenlang mit dem Heidenauer Matthias Meyer, mal lag Meyer vorn, dann wieder August. Schließlich hatte die Dame die Nase vorn und gewann das Finale der Supercars in der Deutschen Meisterschaft. Sie ist damit die erste Frau, die in der langen Rallycross-Historie ein Supercarfinale gewinnen konnte. Ihr Partner René Münnich, Deutschlands einziger Fahrer in der Rallycross-Weltmeisterschaft startete bei den Supercars der belgischen Meisterschaft und gewann ebenfalls. Dass ein Pärchen zwei Siege an einem Wochenende einfährt, dürfte ebenfalls eine Premiere sein. Ebenfalls viel Applaus erntete Jan Eriksson. Der Youngster fuhr mit seinem Toyota Starlet bei den Produktionswagen sein erstes Rennen auf dem Estering – und war der schnellste im Finale. Mit 14 Jahren ist er wahrscheinlich der jüngste Rennfahrer, der je auf dem Estering ein Finale gewinnen konnte. Die knapp 2800 Zuschauer hatten mit Eriksson und August ihre Lieblinge gefunden und sahen insgesamt sehr faire und nahezu unfallfreie Rennen. 

Alles in allem war die Doppelveranstaltung damit ein gelungener Testlauf für die Weltmeisterschaft. Die spektakulären Finalläufe gaben einen Vorgeschmack auf das, was uns im Oktober erwartet, wenn die Weltelite der Rallycrosser auf dem Estering zu Gast sein wird. Dann wird ein regelrechtes Starquartett erwartet, schließlich kämpfen derzeit Weltmeister Petter Solberg, DTM-Champion Mattias Ekström, Youtube-Star Ken Block und der neunfache Rallye-Weltmeister Sebastien Loeb um die Tabellenführung. Erste Tickets sind bereits verkauft, am 15./16.10. ist es endlich soweit. Mehr unter www.estering.de

Copyright/Bildangaben: Photos by Estering.