Die Entscheidung steht bevor

08.09.2016

„Entweder es klappt, oder eben nicht“ zeigt sich Gerhard Völzer gelassen vor dem DRX-Finale. Meister und Pokalsieger werden gesucht – am kommenden Sonntag fällt die Entscheidung.

Nach vier von fünf Rennen war noch keine Entscheidung gefallen, selten zuvor gestaltete sich eine Deutsche Rallycross Meisterschaft so spannend. Bis zum Schluss wird offen bleiben, wer das Rennen um die beiden Trophäen machen wird.

In diesem Jahr wird das Finale auf belgischem Boden ausgetragen, der legendäre Duivelsbergcircuit wird Austragungsort des letzten Rennens in dieser Saison sein. Aus Deutschland ist es nur ein Katzensprung bis nach Maasmechelen, das macht einen Besuch so interessant. Eigentlich hüpft man kurz bei Aachen über die Grenze und schon ist man da. Neben der regionalen Meisterschaft am Samstag findet natürlich ein Lauf zur BRC statt, der belgischen Meisterschaft. Knapp 40 DRX-Fahrer gesellen sich an dem kommenden Sonntag dazu und werden in einem kleinen aber feinen Starterfeld ihre Meister küren.

Gerhard Völzer und Matthias Meyer stehen dabei natürlich im Mittelpunkt. Ein ganz interessantes Duell: Meyer als absoluter Newcomer, der gleich mit einem Meisterauto aus dem Vorjahr in seine erste Rallycross-Saison ging. Auf der anderen Seite der dreifache Ex-Meister Völzer, der eigentlich keine komplette Saison auf dem Schirm hatte, sondern sich mit Sohn Dustin abwechseln wollte. Doch nicht nur aus diesen beiden Gründen kämpft hier ein denkbar ungleiches Paar um die Krone. Während „Gas-Meyer“ mit einem Skoda Fabia 4x4 und Turboaufladung bei den Supercars startet, sitzt „Vintage-Völzer“ in einen betagten Opel Manta mit merklich weniger Pferdestärken, der einem H-Kennzeichen würdig ist und bei dem lediglich die Hinterachse angetrieben wird. „Frontantrieb löst bei mir allergische Reaktionen aus“ hatte Völzer schon früher gern betont.

Punktgleich liegen Völzer und Meyer an der Tabellenspitze (beide 89 Zähler), dicht gefolgt von Andreas Huschenbett (83 Punkte). Doch auch Dietmar Brandt, Marco Wittkovski und Bartek Ruszcynski sind nicht zu weit entfernt, haben durchaus noch gute Chancen auf den Titel. Während Brandt es gelassen angehen kann, schließlich hat er im Rallycross Pokal einen sehr komfortablen Vorsprung auf die Verfolger, werden Wittkovski und Ruszcynski alles Mögliche und Unmögliche unternehmen, um die letzten Meter auch noch gut zu machen. Beide haben es in den letzten Jahren schon zur Meisterschaft gebracht, beide haben in diesem Jahr schon einen Sieg einfahren können.

Für Gerhard Völzer steht die Taktik bereits fest: „Das Ziel für Belgien ist klar, ich muss das Maximum an Punkten holen, nur so kann ich Matthias Meyer in Schach halten. Das wird aber nicht leicht, denn ich bin noch nie in Belgien gefahren und wir fahren wir die Vorläufe mit den Belgiern (getrennt nach Hubraumklassen 2000- und 2000+). Außerdem sind ein paar weitere Veränderungen am Auto passiert in der langen Pause, die wir bisher aber noch nicht testen konnten.“ erklärt Völzer und schmunzelt: „Wenn es nicht klappen sollte mit dem Titel, dann eben nicht“.

Am 5.11.2016 werden die Meister aller Klassen im beschaulichen Beelitz bei Berlin geehrt.

Text: Sven Kopf
Bild: Marcel Tschöpe - RallycrossTV.com