Klein aber fein, so zeigte sich die Deutsche Rallycross Meisterschaft auf dem Estering in Buxtehude. Trotz Doppelsieg für Volland lief nicht alles glatt für Deutschlands Rallycross-Profi. Völzer baut seine Führung geringfügig aus, bei den 1400ern siegt Harald Rauch.

„Der Skoda spuckt ja Gift und Galle heute“ kommentiert ein Zuschauer den Schluckauf an Vollands Allrad-Skoda. „Probleme mit der Battriespannung“ sagt Volland, der zum dritten Lauf dieses Problem behoben hatte. Zuvor verpasste er den Start und schon hatte Günther Wissel im ersten Heat die Nase vorn. Freilich nur für einen kurzen Moment, den Wissel sichtlich genoss: „ Schön, aber ich wusste auch, dass es unheimlich schwer wird, ihn zu halten“.

Auf dem Weg zum Vizemeister: Günther Wissel.
Im ersten Lauf hatte Volland alle Hände voll zu tun, nicht nur weil er nicht in Führung lag. Während des Angriffes auf Wissel flackern im Innenraum des Skoda plötzlich Flammen auf, der neue Krümmer hatte extreme Hitze entwickelt und der Lack des Getriebetunnels hatte sich entzündet. „Ich habe das mit der rechten Hand ausgeschlagen“ beschreibt Volland die brenzlige Situation. Feuer gelöscht, Gefahr gebannt, das galt auch für die Positionierung nach dem Heat, denn Volland gelingt es trotz der Feuersbrunst noch, Wissel zu überholen.

Checkup beim Volland-Fabia.
Volland macht sich sofort nach der Zieleinfahrt an die Reparatur. Schüsse erschallen durchs Fahrerlager, den Skoda hört man bis zum entferntesten Streckenposten. Die Chance für die Verfolger? Sie blieb ungenutzt, Schmied kam nicht, dessen Skoda ist verkauft und fuhr an diesem Wochenende beim EM-Lauf in Norwegen. Jockel fällt mit technischen Problemen aus, aber Wilhelm nutzt den Regen für ein paar Superstarts. „Das ist genau sein Wetter“ sagt einer seiner Mechaniker.

Der beschwerliche B-Final-Umweg des Ole Bech.
Bei den Zweiradlern stöhnt Ole Bech über die Witterungsbedingungen und leidet besonders unter der Maximalzeit aus dem ersten Heat. Der Däne hat erhebliche Probleme, seinen Volvo auf der Strecke zu halten, dreht sich sogar im ersten Heat raus, nachdem Swen Grupe ordentlich Druck gemacht hatte. Auch Robert Müller kassiert eine Maxzeit. Widereinsteiger Fred Czaja fällt mit technischen Problemen bereits vor dem ersten Heat aus.
Müller und Bech ziehen über das B-Finale nach oben, Bech gelingt ein umwerfender Start, schon in der ersten Kurve klebt er am Heck von Gerhard Völzer, der sich durch drei Qualifikationsbestzeiten die Pole felsenfest gesichert hatte. Norbert Kruse kommt auf Anhieb mit dem Leihwagen aus dem Hause Meyer zurecht und wird Fünfter vor Karsten Ney, der als einziger Fahrer aus der Division 1A angetreten war.

Mit dem ist zu rechnen: Andreas Schrader wird immer besser.
Andreas Schrader gelingt erstmals der Einzug in das A-Finale und das auf Anhieb. „Meine Regenreifen sind schon zwei Jahre alt, mit denen ist Volland damals noch unterwegs gewesen“ sagt er und er weiß auch, weshalb Bech einen derartigen Superstart aus der letzten Reihe hinlegen konnte: „Vor mir kam Kruse nicht weg, ich musste ausweichen und es tat sich eine Lücke auf. Die hat Bech dann genutzt“. Schrader ist dennoch zufrieden mit seinem bisher besten Saisonergebnis: „Jetzt wird es schwer, sich in dieser Saison noch einmal steigern zu können“ meint Schrader, der mit dem Gründautalring noch eine Rechnung offen hat. Sein Saisonstart begann dort, war jedoch nach wenigen Metern im Reifenstapel beendet.

Supersache für Harald Rauch: Sieg in der Division 5.
In der Division 5 siegt Harald Rauch, der beinahe noch in das Superfinale eingezogen wäre. „Es hätte nur jemand absagen müssen“ meint der Gladenbacher. Doch für Rauch reicht es auch so, um sich wieder ganz oben einzuklinken. Durch seinen Erfolg schiebt er sich zwischen Robert Müller und Andreas Steffen auf Rang vier der Produktionswagentabelle.

Da war noch alles in Ordnung: BBZ vor den Meyer-Brüdern.
Julian Meyer wird Zweiter, nachdem er einen Zweikampf mit BBZ für sich entscheiden konnte. In der Sparkassenkurve berühren sich die beiden, manch einer sah einen Dreher von BBZ, andere ein leichtes Anschieben von Julian. BBZ gerät auf den Wall, steht dort quer und wird Opfer von Clemens Meyer, der sein Glück auf der Außenbahngesucht hatte und nicht mehr ausweichen konnte. Thomas Stark wird Dritter und Andreas Steffen Vierter. Nach den ersten Metern hatte Steffen in aussichtsreicher Position gelegen, zog nach innen, bekam die Gänge aber nicht rein und musste Teile des Feldes ziehen lassen.