Wechselbad der Gefühle am Gründautalring

05.06.2017

Nicht nur das Wetter spielte in Gründau verrückt, auch die Stimmung bei den Fahrern und Teams schwankte zwischen Freude und Sorge.

Es war ein verrücktes zweites Rennwochenende für die Deutsche Rallycross Meisterschaft powered by TOYO TIRES auf dem Gründautalring. Schon das Wetter wechselte immer zwischen "Feucht und Fröhlich". Von der Anreise am Freitag bis zu den Trainings am Samstag gab es heißen strahlenden Sonnenschein, dies wechselte dann von Regen bis Starkregen und am Sonntagmittag riss der Himmel mit glühender Hitze wieder auf.

Auch bei den Teams gab es im Verlauf des Wochenendes ein großes Wechselbad der Gefühle. Beispielsweise kämpfte Romano Schultz mit dem Technikteufel an seinem Citroen Saxo S1600. Bereits im Warm up tuschierte Romano auf Grund eines Folgeschadens vom Lausitzring an der Vorderachse leicht die Bande. Das Problem an der Achse konnte zwar behoben werden, doch bereits beim Trainingslauf deutete sich am Motor das nächste Problem an. In der PR-Motorsport-Box wurde auf Hochdruck gearbeitet und am Abend schien laut Romano das Problem behoben zu sein, was sich im Nachhinein aber als Irrtum herausstellen sollte, denn er konnte leider bei keinem der weiteren Läufe mehr teilnehmen. Resultat: Motorschaden.

Der Technikteufel zog dann weiter durch die Boxen des DRX-Fahrerlagers. Bei den Supernationals lief es für Kurt Umland bis zu Q1 soweit ganz gut, doch zum Start zu Q2 stieg plötzlich Rauch aus seinem Polo (#Frankenstein), die Ursache stellte sich als Problem am Getriebe (gelöster Simmerring) heraus. Für das Umland-Racing-Team gab es aber am Ende des Wochenendes dennoch Grund zur Freude, denn Sohnemann Florian Umland sicherte sich mit einer soliden Performance den zweiten Podiumsplatz hinter einem sehr starken Ulrich Riese und vor Bernd Genz in der Klasse der Produktionswagen (PW) bis 1400. Anzumerken wäre hier noch, dass Florian seit Samstag mit einer defekten Zylinderkopfdichtung kämpfen musste und dafür ist der zweite Platz mehr als zufriedenstellend. Ebenfalls von Technikproblemen heimgesucht wurde Björn Brüning-Zedler und dies auch ausgerechnet noch im Finale, nachdem er lange im Rennen und bereits auch schon in den Quali-Läufen um das Podium bei den PW bis 1400 mitfuhr.

Genauso traf es dann auch Jörg Jockel und Bernd Wilhelm bei den Supercars. Am gesamten Wochenende fuhr der Ford Focus von Wilhelm an der Spitze als sichergeglaubter Sieger, jedoch beim Start ins Q3 blieb er leider mit einem Getriebeschaden liegen. Bei Jörg Jockel war ein defektes Radlager schuld am Ausfall, man hatte alle Ersatzteile vor Ort, aber tatsächlich die Teile welche man brauchte nicht. Am Ende sicherte sich bei den Supercars im Finale Willi Streitler mit seinem Nissan vor Dietmar Brandt in seinem Audi den Sieg.

Es wahr allerdings nicht immer der Fehlerteufel schuld, wenn es in den Rennen zu Problemen kam. So gerieten beispielsweise bei den Supernationals Fred Czaja und Ralph Wilhelm ausgangs der ersten Kurve aneinander, wobei der Clio von Wilhelm durch den Einschlag in die Leitplanke sehr stark beschädigt wurde. Ironischerweise war es die gleiche Stelle, an der Czaja vor zwei Jahren ebenfalls "einschlägige" Erfahrungen machen durfte. In Q3 traf dann nochmals Czaja, aber diesmal mit "Toto" Hänes eingangs der ersten Kurve zusammen, jedoch war das Rennen zuvor bereits wegen eines Fehlstarts von Andreas Huschenbett abgebrochen worden. Beide richteten ihre verbogenen Blechteile und fuhren wieder zum Restart in die Startaufstellung.

Bei den Rallycars war Michael Grünwald in seinem Subaru Impreza ebenfalls kaum bis gar nicht zu schlagen. Grünwald setzte sich in so ziemlich jedem Lauf an die Spitze und so war es am Ende des Wochenendes auch nur logisch, dass er den Sieg einfahren würde. David Weigand fuhr ebenfalls sehr starke Rennen sowie Zeiten ein und belegte Rang 2, dicht gefolgt von einem genauso überraschend guten Bastian Sichelschmidt in seinem BMW E30 auf Rang 3. Thomas Freiwang war an diesem Wochenende das erste Mal Doppelstarter. Der PR-Motorsport-Pilot fuhr ganz normal bei den DRX-Rallycars und belegte am Ende Rang 13, aber er ging auch im Rahmenprogramm bei den Rennen der Autocross Meisterschaft an den Start und belegte dort Rang 12. Zum einen sicherlich um als "Rookie" mehr Rennerfahrung zu sammeln, aber auch um in der Sommerpause mit dem gesamten Team bei dem ein oder anderen Rennen im Ausland an den Start gehen zu dürfen.

Ebenfalls als Doppelstarter agierte unser niederländischer Freund Aaron de Haas. Aaron trat mit seinem gerade noch fertig gewordenen Citroen Xsara sowohl bei den Rennen der Autocross Meisterschaft, als auch bei den Läufen der DRX Produktionswagen über 1400 an und zeigte in beiden Serien eine klasse Performance. In der DRX stellte er seinen Xsara hinter Steve Haentges auf Platz 2, Dritter wurde Daniel Genz. Für Sandra und Sven Breckling war das Wochenende mit einer kaputten hinteren Radaufhängung bereits nach dem Training vorbei. Man schaffte es zwar noch einen Freund für eine neue Aufhängung zu kontaktieren und legte eine Nachtschicht für die Reparatur ein, jedoch war am Ende alles Vergebens und man schaffte es nicht mehr zum Start ins Q2. 

Ansonsten muss man eines ganz klar sagen: "Marco Wittkowski war in Gründau the man of the weekend." Der Schomaker-Pilot fuhr kontinuierlich an der Spitze und setzte die ein oder andere Bestzeit. Dabei wechselte er sich zwar mit Andreas Huschenbett und einem an diesem Wochenende wirklich sehr starken Bartek Ruszczynski ab, jedoch konnte keiner der beiden Marco und seinen Golf schlagen. Sein sehr beeindruckender Auftritt fand letztendlich im Finale seinen Höhepunkt und er besiegelte mit der Zielüberquerung den Sieg in der Klasse der Supernationals, gefolgt von Andreas Huschenbett auf Platz 2 und Bartek Ruszczynski auf Platz 3. Sicherlich hätten auch Fahrer wie Frank Lehmann, Andreas Huhn oder Markus Schmitt gern in Kampf um Positionen noch mit eingegriffen, jedoch fielen alle drei mit technischen Problem aus. Lehmann fuhr zwar in Q1 die drittschnellste Zeit, jedoch war nach einem leichten Einschlag die Spurstange und der Querlenker nicht mehr zu reparieren und so machte sich Lehmann mit seinem Team und Freunden einen ruhigen Abend mit dem ein oder anderen Glas Bier. 

Wie man es auch sehen mag, ja es war ein hartes Wochenende beim zweiten Lauf in Gründau, ABER dies ist nun mal Rallycross und es bringt nichts den Kopf in den "Schotter" zu stecken. Bereits kommende Woche (17.-18.06.) steht am Estering schon der dritte Lauf an und die Karten werden neu gemischt. Erwartet wird ein 100-Fahrzeuge-Starterfeld, gemeinsames Treffen mit der belgischen Meisterschaft und ganz sicher ein Event, welches man sich als Rallycross-Fan nicht entgehen lassen sollte.

Wir freuen uns schon jetzt.....   

Fotos aus Gründau gibt es hier: FACEBOOK 
Informationen für Estering gibt es hier: http://bit.ly/2rEhbKX