Tag 2 beim MSC Gründautal

10.06.2019

 

2. Lauf der Deutschen Rallyecross-Meisterschaft wird zum Zuschauer-Spektakel

  • • 52 RX-Fahrer lassen auf Gründautalring in Hessen ihre Motoren röhren
  • • Favorit Björn Barkhoff kann Pole Position in SuperNational-Plus-Klasse halten
  • • 3.000 Zuschauer sorgen für ausgelassene Stimmung bei der DRX

Gründau. Ausschließlich Asphalt, keine Auslaufzonen und sehr hohe Geschwindigkeiten: Der berüchtigte Gründautalring, der in der Motorsport-Szene aufgrund dieser besonderen Gegebenheiten als Klein Monte-Carlo bezeichnet wird, wurde am 8. und 9. Juni zum spektakulären Schauplatz für die zweite Runde der DRX-Meisterschaft powered by Toyo Tyres. Insgesamt 52 Fahrer aus den Nationen Deutschland, Belgien, Österreich und Luxemburg trafen sich auf dem 856 Meter langen Kurs des MSC Gründau e.V., um vor rund 3.000 Zuschauern für actiongeladene Spannung zu sorgen.

Allen voran waren es vor allem drei hessische RX-Piloten, die an diesem Rennwochenende die Aufmerksamkeit auf sich zogen: Dietmar Brandt in der Klasse der Rallycars und bei den Supercars Super1600 sowie Hans Kirchhof und Björn Barkhoff in der Kategorie SuperNationals PLUS. Der mehrfache Deutsche DRX-Pokalsieger Brandt punktete nach dem Auftakt-Event in den Niederlanden im Mai erneut als Gewinner der Rallycars-Wertung und konnte zudem alle Heats mit seinem Supercar Skoda Fabia als Erster beenden. Im Finale musste er die Führung jedoch an den Nordrhein-Westfalen Victor Smolski abgeben, nachdem der Autohändler aus Kaufungen in einen Unfall verwickelt wurde.

Als Schnellster bei den SuperNationals PLUS kam der aus Steinau stammende Hans Kirchhof mit seinem Porsche 911 GT3 ins Ziel. Der KFZ-Mechaniker, der als fünfmaliger Deutscher RX-Meister Geschichte schrieb, nahm allerdings nur noch aus Freude an den Rennen teil und wurde somit nicht in der Punktetabelle berücksichtigt.

„Wenn man einmal dabei ist beim Motorsport, dann kann man nicht mehr ohne. Ich fahre mittlerweile seit knapp 50 Jahren Rennen, der Nervenkitzel hört nie auf. Und Gründau liegt bei mir um die Ecke, da wollte ich mir den Spaß nicht nehmen lassen", meinte der 67-Jährige. Wichtige Zähler heimste dafür hingegen abermals Björn Barkhoff (28) in seinem VW Polo GTI ein. Dieser lieferte sich auf dem Gründautalring nervenaufreibende Läufe mit Kirchhof und war diesem in zwei Heats sogar etwas voraus.

In der Klasse der SuperNationals MINUS überzeugte das Nordlicht Dustin Völzer (27), der in seinem Opel Manta B die anspruchsvolle Strecke im Mainz-Kinzig-Kreis nordwestlich von Frankfurt am Main am besten bezwingen konnte. In drei von vier Heats fuhr der Neumünsteraner die beste Zeit ein, im Finale sah er dann ebenfalls als

erster die Zielflagge. „Der Kurs hier macht einfach sehr viel Spaß, da man durch den fehlenden Schotter sehr viel konstanter und natürlich auch schneller fahren kann. Das war mal ein ganz anderes RX-Erlebnis", so der Manta-Pilot, dessen Vater Gerhard Völzer dreimaliger Deutscher RX-Meister war.

Im Hinblick auf die Meisterschaftstabelle, die sich aus den Kategorien SuperCars und SuperNationals zusammensetzt, sichert sich Björn Barkhoff weiterhin die Pole Position. Dietmar Brandt folgt ihm auf Rang zwei, Platz drei geht an den Gitarristen der Heavy-Metal-Band

„Almanac", Victor Smolski. Der Gewinner der SuperNationals MINUS, Völzer, rangiert derzeit auf Position fünf.

In der Pokalserie bei den Produktionswagen war es genau wie bei der Auftakt-Veranstaltung in Valkenswaard wieder Jannik Riese (23) in seinem Honda Civic Type R, der als Sieger in der Klasse über 1400 hervorging. Der Hesse aus Ahnatal nahe Kassel, der in der Serie übrigens auch seine Schwester Nina als Konkurrentin hat, konnte Heat zwei und drei für sich entscheiden, in den Qualifikationsläufen eins und vier wurde er Zweiter. Damit führt der Fahrzeugtechnik-Student die Meisterschaft weiterhin an. Besonders freuen konnte sich übrigens auch der DRX-Pilot Tim Kulikowski. Dieser sicherte sich in seinem Opel Corsa B Platz eins in der Wertung der Produktionswagen bis 1400 und gehört mit seinen 16 Jahren damit zu den jüngsten Gewinnern der Deutschen Rallyecross-Meisterschaft.

Der dritte Lauf der DRX-Meisterschaft wird am 10. und 11. August auf dem Ewald-Pauli-Ring beim MSC Schlüchtern e.V. südlich von Fulda ausgetragen. Der 920 Meter lange Kurs stellt selbst die erfahrenen Profis auf die Probe, da die Mischung aus 60 Prozent Asphalt und 40 Prozent Schotter nicht nur ein hohes Konzentrationsvermögen, sondern auch gekonnte Fahrmanöver erfordern und bietet dazu eine Jokerlap.

Text: Nina Schröder

Bilder: Ralf Hofacker & Detlef Holtz