Kurz vor der Halbzeit

11.06.2016

Zeichnen sich schon Favoriten ab? Oder ist alles offen? Eine Vorschau auf den dritten Lauf zur internationalen Deutschen Rallycross Meisterschaft auf dem Estering in Buxtehude.
 
In 2016 gibt es eine Meisterschaft und einen Pokal. Ganz wie beim Fußball. Teilnehmer aus dem Ausland sind wieder punktberechtigt - die DRX wird also wieder international, wie man es auch aus der Bundesliga kennt. Doch wer führt die Tabelle an? Wer geht nach dem Rennen auf dem Estering als Spitzenfavorit in die zweite Halbzeit der Saison?
 
Fuchst man sich ein wenig in das noch ungewohnte System der Punktevergabe hinein und rechnet den Meisterschaftstand nach zwei Rennen aus, so ermittelt man mit Andreas Huschenbett einen Spitzenreiter, den kaum einer im Vorfeld erwartet hatte. Dahinter hat sich der dreifache Ex-Champion Gerhard Völzer mit seinem Opel Manta eingeschlichen. Doch der Altmeister hat in diesem Jahr keine Titelambitionen, er wechselt sich wie geplant mit Dustin Völzer, der auf dem Estering hinterm Steuer sitzen wird, ab. Huschenbett und Dietmar Brandt werden das gern hören, schließlich fällt dadurch ein schlagkräftiger Konkurrent um die Meisterschaft aus. Titelverteidiger Marco Wittkovski steht nach den Problemen im letzten Lauf auf der vierten Position – da wäre mehr drin gewesen. Auch bei Bartek Ruszcynski, dem wertvolle Punkte fehlen, weil er den Saisonauftakt verpasste.
 
Überhaupt liegen die ersten sechs Fahrer keine zehn Zähler auseinander, wie der Blick auf die Tabelle verrät. Und die verrät auch, dass es selbst dahinter noch sehr sehr eng zugeht, denn zwischen Platz sieben und Platz 13 sind es nur minimale vier Pünktchen Unterschied. Die Frage, ob wir schon vor dem Lauf auf dem Estering einen Favoriten ausmachen können, ist also schnell beantwortet: keiner konnte die DRX bisher dominieren, ein halbes Dutzend Fahrer liegt in kurzen Abständen an der Tabellenspitze, das Verfolgerfeld dahinter ist sogar noch größer und liegt noch enger beisammen. Das ist für die Spannung ganz ausgezeichnet, zumal die Idealpunktzahl für ein Rennen bei 30 Punkten liegt. Gemessen an den derzeit bestehenden Abständen der Fahrer zueinander sind also noch große Sprünge möglich – wer hinlangt und auf dem Estering gut abschneidet, holt sofort unzählige Plätze auf. Gleichzeitig wird es der Spitzengruppe aber nicht gelingen, sich großartig von den Verfolgern abzusetzen.
 
Ganz klar, auch nach dem Estering bleibt es äußerst spannend und wir werden noch einige Termine benötigen, bis wir uns auf einen kleinen Kreis von Favoriten festlegen können. Übrigens: Doppelstarter wie Dietmar Brandt, die bei den Supercars und in der Klasse der Rallycars auf Punktejagd gehen, können Meister und Pokalsieger werden – genau wie in der Fußball-Bundesliga.


Text: Sven Kopf
Bild: Vanessa Bletz - RallycrossTV