DAS FINALE am Estering

06.10.2015

[Translate to English:] Dustin Völzer

Eine Woche vor dem Finale der Europameisterschaft geht auch die Deutsche Meisterschaft (DRX) in ihre allerletzte Runde. Um den Ausklang der Meisterschaft gebührend zu feiern, hat der ACN Buxtehude wieder einmal ein spektakuläres Rahmenprogramm zusammengestellt. Zusätzlich zum Rekord-Starterfeld der DRX wird es einige weitere Highlights geben an diesem letzten DRX-Rennsonntag des Jahres 2015.
 
Die größte Spannung bietet jedoch der Kampf um die Meistertitel. In diesem Jahr ist es spannender als zuvor, keiner der Tabellenführer hat bereits den Titel vorzeitig sichern können und daher wird es auf dem Estering mit Sicherheit unbeschreiblich spannend zugehen. Das erinnert an die legendären Duelle zwischen Gerhard Völzer und Ole Bech, die sich unglaublich spannende und ebenso faire Rennen um den Titel geliefert haben. Völzer wird sogar mit einem Opel Manta sein Comeback feiern und dem Finale damit eine ganz besondere Note geben. Auch die Ex-Meisterin Silva Winterhoff wird wieder dabei sein. Ein hochkarätiges Starterfeld, welches dem Spitzenreiter bei den Supernationals, Marco Wittkovski, nicht ganz gelegen kommen dürfte. Nach dem letzten Rennen in Belgien hatte er wertvollen Vorsprung eingebüßt, steht nun mit seinem VW Golf sechs Zähler vor Philipp Leipold im Mercedes Benz 190 E und dem amtierenden Meister Bartek Ruszczynski im Alfa 156. Und jetzt, wo es drauf ankommt, schwillt das Starterfeld immer mehr an. Doch wie knapp wird es an der Spitze? Bartek hatte zuletzt in Belgien siegen können und bisher zwei zweite Plätze eingefahren – nur ein Ausfall in der Lausitz verhinderte seine Tabellenführung. Selbst Andreas Huschenbett (Opel Corsa C) als Vierter hat noch rechnerische Chancen auf den Titel. Doch wenn Wittkovski es packt, kann er besonders stolz sein, dass er den Titel bei so einem gut besetzten Finale eingefahren hat. Wenn Leipold gewinnt, muss Wittkovski es auch auf das Treppchen schaffen. Holt Bartek den Sieg, müsste Wittkovski mindestens Fünfter werden, um den Titel zu holen. Die Verfolger müssen natürlich vor dem Tabellenführer ankommen und es darf sich auch keiner mehr einen Ausfall erlauben, aber mit einem Ergebnis unter den besten Sechs wird Wittkovski der Titel kaum mehr zu nehmen sein. Mit elf Zählern für Platz Sechs käme er auf 74 Punkte, das kann Verfolger Leipold nur knacken, wenn er gewinnt. Mit einem zweiten Platz hat Leipold punktemäßig gleichgezogen aber weniger Siege eingefahren. Auch Bartek kann maximal noch einen Punktestand von 74 Zählern erreichen – dafür braucht er einen Sieg. Das wird also wirklich ein spannender Rennsonntag am kommenden Wochenende.
 
Bei den Supercars – gemeinsam gewertet mit den Super1600 und den TouringCars – führt Bernd Schomaker (Skoda Fabia RS). Auch er hat nur sechs Punkte Vorsprung auf den Verfolger Dietmar Brandt (Audi A4) und auch wie sein Teamkamerad Wittkovski zwei Siege eingefahren. Für ihn im Duell mit Brandt gilt daher das gleiche wie bei den Supernationals. Einziger Unterschied: die Verfolger – angeführt von Frank Eichelberg im Audi TT – sind weit entfernt. Eichelberg hat 15 Punkte Rückstand auf Schomaker und Norbert Fuchs (Audi A3) hat als Vierter bereits keine Titelchancen mehr. Zu groß ist die Distanz (27 Punkte) auf den Führenden. Die Gegner werden außerdem – gewissermaßen als Überraschungsgäste - der Ex-Meister Jörg Jockel (Ford Focus) oder gar Mads Öhmann (Volvo S40) aus Schweden sein.
 
Bei den kleinen hat Philipp Weidinger (VW Polo) drei Siege und einen zweiten Platz eingefahren – dennoch hat er nur zehn Punkte Vorsprung vor Markenkollege Florian Viehmann. Er ist der einzige Konkurrent, der Weidinger den Titel noch streitig machen kann. Natürlich muss er vor Weidinger ankommen im Finale – und selbst wenn er gewinnt, dann müssen sich zwischen ihm und Weidinger noch vier weitere Kontrahenten quetschen. Auf diese Weise betrachtet erscheint der Zehn-Punkte-Vorsprung komfortabel. Wir werden sehen, ob das reicht.
 
Bei den Supercars ist er Zweiter mit Titelchancen,  in der Rallycross-Trophy  steht Dietmar Brandt ganz oben in der Tabelle und hat auch einen brauchbaren Vorsprung von 9 Punkten auf seinen Verfolger Bastian Sichelschmidt im BMW 325 iX. Für Andreas Huhn (VW Golf I) besteht als derzeitiger Tabellendritter nur noch eine minimale rechnerische Chance auf den Titel.
 
Am Sonntagabend haben wir Gewissheit, dann wird alle Spannung und Anspannung verflogen sein und wir können auf eine Saison zurückblicken, die viele Spannende Momente mit sich brachte. (Sven Kopf)